Putt!

Seit gefühlt zehn Jahren laufe ich barfuß. Schuhe – naja, früher Clogs, inzwischen nur noch Vibrams – halt dann, wenn ich länger bei Frost oder in Schnee unterwegs bin. Und ich habe mich nie ernsthaft verletzt.

Jetzt das: Heute nachmittag Schuhe. Oder so ähnlich: Reef Sandalen. Denn ich habe mir den rechten kleinen Zeh gebrochen. Aber nicht irgendwo draußen. Ganz banal: zuhause, wo jeder sonst auch barfuß ist. Beim Bettenmachen, am hellichten Tag, bin ich zu knapp um das seit zwanzig Jahren an derselben Stelle auf Ytong-Steinen stehende Bett gekommen. Hängengeblieben – Autsch.

Ich bin lange genug Rettungsdienst gefahren um instinktiv zu ahnen: gebrochen. Anfangs redete ich mir noch ein, daß der Zeh ja nur bißchen abstand, ich an ihm herumwackeln und fast normal laufen konnte. Aber nicht lange, dann gab’s beim Auftreten einen stechenden Schmerz, der Zeh fühlte sich irgendwie „lose“ an. Noch immer hoffend, daß ich mich irre, fuhr ich zur Röntgenkontrolle in die Klinik. Mit den Reefs, weil ein Landrover Defender kein ideales Auto zum Mitgebrochenemzehbarfußfahren ist (und dann auch noch der rechte, der ständig zwischen Gas und Bremse herumtrampeln muß).

Dem aufnehmenden Arzt in der Nothilfe, der mich gerade in’s Behandlungszimmer holen wollte und fragte, was es denn gäbe, sagte ich „Verdacht auf Fraktur des kleinen Zeh rechts“. Er war sichtlich irritiert, die Diagnose hätte wohl lieber er gestellt: „Wer sagt das?“. Ich erwiderte „Ich“ – um dann zu ergänzen „Ich bin Rettungsassistent“. Das wirkte, er nahm mich gar nicht erst mit in’s Behandlungszimmer sondern schickte mich gleich, noch vom Gang aus, zum Röntgen. Naja, und als er mich später wieder hereinholte und, während er eine Schwester herbeitelephonierte, über den Rücken an den Bildschirm winkte, da prangte mir allzu deutlich ein glatter Bruch knapp oberhalb des Zehengrundgelenks entgegen. Lieber hätte ich mich getäuscht mit meiner Verdachtsdiagnose.

So, jetzt ist der Zeh getaped. Ich humple umher, aber muß eben draußen (drinnen bringe ich’s nicht über mich) die Reef tragen, weil ich erstens den Fuß nicht ordentlich genug waschen könnte, wenn er von der Straße verschmutzt ist. Und weil die zweitens, da deren Sohle etwas breiter als der Fuß ist, ihn vor Anprall schützen. Zum Beispiel im rechts vom Gaspedal sehr engen Fußraum des Defender.

Drei bis fünf Wochen, meinte der Arzt. Ich muß ja eher die längere Frist kalkulieren, weil ich den Fuß dann nicht in einem Schuh geschützt ausführe. Drei bis fünf Wochen kein Joggen, mit oder ohne Hund. Kein Yoga (oder nur die linke Seite). Kein Sport. Und kein Segeltraining, das ich gerade begonnen hatte und termingebunden abschließen müßte. Ich weiß noch gar nicht wie ich – als „Bewegungsfanatiker“ – das aushalten soll. Alles nur wegen eines Sekundenbruchteils Unaufmerksamkeit.

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